Wir verdienen es, gesehen zu werden
Maggie van Spall (74) aus Alkmaar berührt am Welt-Vitiligo-Tag die Herzen: „Wir verdienen es, gesehen zu werden – so wie wir sind.“
Alkmaar/Amsterdam, 25. Juni 2025 – Mit einem ansteckenden Lachen, historischem Flair und einem starken Gefühl der Verbundenheit war Maggie van Spall (74) aus Alkmaar mitten im Lebende Leinwand – Die Kunst der Vitiligo, eine Kunstveranstaltung auf dem Noordermarkt in Amsterdam. Die Veranstaltung fand am Welt-Vitiligo-Tag statt und rückte Menschen mit Vitiligo – einer Hauterkrankung, bei der Pigmente aus der Haut verschwinden – buchstäblich ins Rampenlicht.

In historischen Kostümen erweckten Maggie und Dutzende andere, von jung bis alt, klassische Gemälde zum Leben. „Wir machten sichtbar, was in der Kunstgeschichte jahrhundertelang fehlte. Einfach, weil eine Hauterkrankung nicht zum vorherrschenden Schönheitsideal passte. Doch was man nicht sieht, lernt man nicht wertzuschätzen oder zu akzeptieren. Diese Abwesenheit wirkt noch heute nach: Viele Menschen mit Vitiligo fühlen sich beobachtet, hinterfragt oder ausgeschlossen“, sagt Maggie.
Taschentücher als Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit
Während der Veranstaltung verteilten die Teilnehmer symbolisch Taschentücher, Äpfel und persönliche Briefe. Keine gewöhnlichen Geschenke, sondern kleine Gesten mit einer Geschichte. Das Taschentuch – einst ein subtiles Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen – bekam an diesem Tag eine neue Bedeutung: ein Augenzwinkern in die Vergangenheit und eine offene Hand für die Gegenwart.
„Wir haben sie nicht fallen lassen, um jemanden zu verführen“, scherzt Maggie, „sondern um Kontakt aufzunehmen. Ein kurzer Blickkontakt, ein Lächeln – und hoffentlich ein bisschen mehr Verständnis dafür, was Vitiligo ist.“
Jedes Taschentuch und jeder Brief enthielt einen QR-Code zur Kampagnen-Website www.wereldvitiligodag2025.nl, mit Geschichten, Erklärungen und Hintergründen rund um Vitiligo und den Sinn der Erscheinungsform.
Warum der 25. Juni?
Der Welt-Vitiligo-Tag findet jährlich am 25. Juni statt – nicht zufällig am Todestag von Michael Jackson, der selbst an Vitiligo litt. Da er selten offen darüber sprach, wissen viele Menschen bis heute nichts davon. Und genau das macht diesen Tag so wichtig: Vitiligo ist sichtbar, bleibt aber in Kunst, Medien und Kultur oft unsichtbar. Für Menschen mit dunkler Haut ist dies aufgrund des größeren Kontrasts und der stärkeren Reaktionen oft noch schmerzhafter.
„Man kann nur das annehmen, was man zu sehen lernt“, sagt Maggie. „Deshalb ist Sichtbarkeit in Kunst und Gesellschaft kein Detail, sondern eine Notwendigkeit.“Energie und Ausdruck aus Alkmaar
Maggie van Spall tanzte zwischen den lebenden Gemälden, sprach mit Passanten und erzählte offen ihre Geschichte. „Ich mache das nicht trotz meines Alters oder meiner Vitiligo, sondern mit beidem. Das ist, wer ich bin. Und wenn sich andere darin wiedererkennen – dann ist das gut.

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