Coronavirus und Vitiligo

Fragen zum Coronavirus (COVID-19) und Vitiligo: Was bedeutet das für mich?

Es ist logisch, dass alle besorgt sind und sich bald die Frage stellt: Bin ich jetzt besonders empfindlich gegenüber dem Virus?

Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung der Haut, was bedeutet, dass (ein Teil) des Immunsystems nicht richtig funktioniert. Das Immunsystem schützt Sie vor Mikroorganismen (Bakterien und Viren), aber auch vor Krebs. Menschen mit Vitiligo haben oft eine genetische Veranlagung, ihr Immunsystem anders zu reagieren. Bei Vitiligo führt dies zur Abwehr pigmentbildender Zellen (Melanozyten), obwohl an diesen Zellen eigentlich nichts auszusetzen ist. Es mag alarmierend klingen, dass das Immunsystem nicht richtig funktioniert, aber es ist wahrscheinlicher, dass es überaktiv als unteraktiv ist. Dies zeigt sich bereits an dem geringeren Risiko, an einem Melanom bei Menschen mit Vitiligo zu erkranken, und auch innere Krebserkrankungen scheinen bei Menschen mit Vitiligo seltener aufzutreten. Man könnte es als eine Art versteckten Segen bezeichnen. Die Überaktivität des Immunsystems bei Vitiligo ähnelt in gewisser Weise einer Reaktion auf ein Virus. Daher ist davon auszugehen, dass jemand mit Vitiligo NICHT mehr anfällig für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus oder einem anderen Virus ist. Natürlich liegen uns (noch) keine genauen Daten über Patienten mit Vitiligo und deren Risiko einer Ansteckung mit dem Virus sowie die mögliche Schwere der daraus resultierenden Erkrankung vor.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen von der Regel. Es gibt Autoimmunerkrankungen, die schwerwiegender sind (und manchmal Vitiligo verursachen können) und dennoch anfälliger für bestimmte Infektionen sind. Es gibt immer mehr Beschwerden als nur Vitiligo. Ein Beispiel ist die „Common Variable Immunodeficiency“ (CVID), eine seltene Erbkrankheit, bei der Beschwerden über schwere und häufige Infektionen meist schon in jungen Jahren auftreten. Neben Vitiligo können auch eine Reihe anderer Autoimmunerkrankungen auftreten. Wenn Sie nur an Vitiligo leiden und seit Ihrer Jugend nicht viele schwere Infektionen hatten, liegt höchstwahrscheinlich kein CVID vor.

Was für Menschen mit einer Autoimmunerkrankung (z. B. rheumatoider Arthritis) ein Problem darstellen kann, ist die Hemmung des Immunsystems, die durch die Behandlung entsteht. Dazu gehören Antiimmunmittel wie Methotrexat, Prednison und TNF-alpha-Hemmer, aber es gibt noch viele weitere. Menschen mit Vitiligo werden selten oder nie mit solchen systemischen Wirkstoffen behandelt. Salben und UV-Therapie üben keine systemische Bremse auf das Immunsystem aus und können daher bedenkenlos angewendet werden. Wenn Sie mit einer Dexamethason-Pulsbehandlung behandelt werden, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob Sie die Behandlung abbrechen sollten oder nicht.

Neue Behandlungen, die experimentell gegen Vitiligo eingesetzt werden (z. B. JAKkinas-Inhibitoren), werden in den Niederlanden noch nicht gegen Vitiligo eingesetzt. Wenn Sie experimentell mit diesem Arzneimittel behandelt werden (z. B. im Rahmen einer Studie im Ausland), wenden Sie sich bitte an Ihren dortigen behandelnden Arzt. Diese Medikamente werden bereits in der Rheumatologie eingesetzt, so dass es möglicherweise bald Erfahrungen darüber gibt, ob diese Medikamente bei Virusinfektionen ein Problem darstellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie bei Vitiligo höchstwahrscheinlich kein erhöhtes Risiko haben, an COVID-19 zu erkranken. Wenn Sie systemische Heilmittel gegen Ihre Vitiligo anwenden, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Natürlich müssen Menschen mit Vitiligo auch die RIVM-Richtlinien befolgen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern: Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände, husten Sie in die Ellenbeuge, schütteln Sie nicht die Hände und verwenden Sie Papiertaschentücher. Sehen:

https://www.rivm.nl/coronavirus/covid-19/vragen-antwoorden#eigengezondheid

Dieser Artikel basiert lose auf dem Artikel von Dr. John Harris (in seinem Blog danke John, dass er sich mit dieser Angelegenheit befasst hat. Hier ist der Link zum Artikel von John Harris (University of Massachusetts Medical School, Vitiligo Clinic and Research Center) für die ganze Geschichte auf Englisch. https://www.umassmed.edu/vitiligo/blog/blog-posts1/2020/03/coronavirus/

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