PZC 24. Juni 2019
Löwe aus Yerseke bekam plötzlich weiße Flecken auf der Haut: „Die Leute denken oft, es sei ansteckend“
YERSEKE – Leo Pekaar (68) aus Yerseke ist das Model auf den Postkarten der Interessengruppe Vitiligo.nl. Damit macht er anlässlich des Welt-Vitiligo-Tages auf die gleichnamige Hauterkrankung aufmerksam.
Koen Florusse 24. Juni 2019
Vitiligo ist eine Erkrankung, bei der das Pigment in den Hautzellen verschwindet. Dadurch entstehen Flecken. Nach Angaben der Interessengruppe Vitiligo.nl leiden schätzungsweise 240.000 Menschen an der Hauterkrankung. Das sind zwei Prozent der Niederländer.

Leo Pekaar leidet an der Hauterkrankung Vitiligo. © Marcelle Davidse
Auf Leo Pekaars Gesicht ist nichts zu sehen. Die Flecken sind am Rest seines Körpers deutlich sichtbar. Vor sechs Jahren bemerkte er das Auftreten von Vitiligo-Symptomen. Aus einem Muttermal an seinem Arm entwickelten sich nach einem medizinischen Eingriff weiße Flecken. Es entstand während einer für ihn stressigen Zeit bei der Arbeit. „Es ist eine Art Vulkan. Es ist in dir, aber es muss durch etwas entfacht werden“, sagt er. „Sobald das passiert, breiten sich die Flecken über Ihren Körper aus.“ Es lässt sich nicht sagen, ob der Eingriff oder der Arbeitsstress zum Ausbruch des Vulkans geführt haben. Die Ursache ist unklar.
Ein Jahr nach der Entdeckung begann er mit UVB-Lichtbehandlungen, einer der Methoden, um die Ausbreitung von Flecken zu verhindern. Das war vergebens. „Es hat einfach nicht funktioniert“, sagt er. Die Flecken breiteten sich immer weiter aus. Nach sechs Monaten war die Behandlung bereits abgeschlossen. Dagegen kann man nichts machen.
Blaue Haare
Pekaar kann kaum in kurzen Ärmeln oder Shorts über die Straße gehen, ohne angeschaut zu werden. Das war am Anfang ziemlich schwierig. „Ich schaue auch, wenn ich jemanden mit blauen Haaren sehe“, sagt er, „aber ich musste lernen, damit zu leben. Man muss sich wirklich an den Gedanken gewöhnen, dass man beobachtet wird.“
Aufgrund von Vitiligo ist Pekaar besonders empfindlich gegenüber Sonnenlicht. Die Gefahr einer Verbrennung lauert immer. Auch mit Kleidung. „Ich verbrenne einfach mein Hemd, wenn ich keinen Sonnenschutz auftrage.“ Der Bewohner von Yerseken liebt die Sonne und ist oft als Segler auf dem Wasser anzutreffen. Dann ist ein zusätzlicher Schutz erforderlich. Anschließend kriecht er unter einen Sonnenschirm oder trägt zusätzliche Sonnencreme auf.
Durch Zufall wurde er Direktor der Interessengruppe Vitiligo.nl. Bei einem Fotoshooting am Mitgliedertag fiel er auf. „Dafür musste man sich ausziehen“, lacht er. „Das wollte niemand. Ich habe kein Problem damit. Ich zog meine Kleidung aus und stand in meiner Unterwäsche da. Dann haben es auch andere gemacht. Die Vorstandsmitglieder sahen, dass ich damit gut umgehen konnte und baten mich, dem Vorstand beizutreten.“ Sein Ziel ist klar: das Bewusstsein für Vitiligo zu schärfen. Auch bei den Zeelandern. Laut Pekaar ist dies dringend notwendig. „Oft muss ich erklären, was es ist, oder Fragen dazu beantworten, ob es ansteckend ist“, sagt er. Pekaar bleibt positiv. „Laut Arzt kann ich 100 Jahre alt werden, das ist das Wichtigste.“
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